Die Zürcherin Patrizia Fosanelli (67) erkannte schon in jungen Jahren ihre wahre Bestimmung.

Aufgezeichnet von Caroline Schneider

I eit fast 30 Jahren bin ich als Maltherapeutin Statie Das ist meine Berufung, die ich schon früh im Leben gefunden habe. Die Kunstschule in Zürich war der Anfang. Farben, Formen, Flächen - das war mein Terrain. Aber etwas fehlte.

Das Zwischenmenschliche. Ich bin keine Einzelgängerin mit Staffelei. Ich brauche Resonanz.

Durch Zufall lernte ich einen Pionier der Malthe-rapie kennen, lernte bei ihm und wurde eine der ersten Kunsttherapeutinnen, die von der Krankenkasse anerkannt war.

Maltherapie ist Psychotherapie mit anderen Mitteln. Statt reden: malen. Denn wer spricht, kann ausweichen. Wer malt, steht mittendrin. Ein Bild kennt keine Lüge. Es ist direkter als Worte und spricht aus dem Unterbewusstsein. Malen bringt uns in die Handlung. Man ist nicht mehr Opfer, sondern man wird zum Schöpfer, zur Schöpferin. Ein Bild zeigt, was Worte oft verste-cken: Ängste, Abgründe, Hoffnungen, Wünsche, Licht. Ein Bild sagt, wo es wehtut. Und wo es hingehen könnte. Oftmals zeigen uns die gemalten

Werke Lösungen.

Eine meiner Klientinnen kam nach ihrer Pensionierung zu mir. Sie war leicht depressiv und fühlte sich einsam. Das Leben schien ihr vorbei.

Im Malprozess fand sie Zugang zu sich selbst. Sie entdeckte neue Farben - in sich und auf dem Papier. Sie fand Hoffnung und neue Perspektiven.

Die grösste Ressource des Menschen ist seine

Kreativitat.

In der Einzeltherapie erlebe ich immer wieder diese stillen, magischen Momente. Wenn ein Bild etwas Tiefes berührt und eine Botschaft übermit-telt. Wenn Tränen fliessen dürfen und Heilung spürbar wird. Dann weiss ich wieder: Das ist meine Aufgabe. Menschen begleiten, bis etwas in ihnen aufblüht.

Maltherapie ist mein roter Faden. Und ich möchte ihn noch lange weiterspinnen: mit Farbe, mit Menschen, mit Sinn. Ein Projekt liegt

Ein Bild heilt mehr als tausend Worte Die Zürcherin Patrizia Fosanelli (67) erkannte schon in jungen Jahren ihre wahre Bestimmung.

Aufgezeichnet von Caroline Schneider

I eit fast 30 Jahren bin ich als Maltherapeutin Statie Das ist meine Berufung, die ich schon früh im Leben gefunden habe. Die Kunstschule in Zürich war der Anfang. Farben, Formen, Flächen - das war mein Terrain. Aber etwas fehlte.

Das Zwischenmenschliche. Ich bin keine Einzelgängerin mit Staffelei. Ich brauche Resonanz.

Durch Zufall lernte ich einen Pionier der Malthe-rapie kennen, lernte bei ihm und wurde eine der ersten Kunsttherapeutinnen, die von der Krankenkasse anerkannt war.

Maltherapie ist Psychotherapie mit anderen Mitteln. Statt reden: malen. Denn wer spricht, kann ausweichen. Wer malt, steht mittendrin. Ein Bild kennt keine Lüge. Es ist direkter als Worte und spricht aus dem Unterbewusstsein. Malen bringt uns in die Handlung. Man ist nicht mehr Opfer, sondern man wird zum Schöpfer, zur Schöpferin. Ein Bild zeigt, was Worte oft verste-cken: Ängste, Abgründe, Hoffnungen, Wünsche, Licht. Ein Bild sagt, wo es wehtut. Und wo es hingehen könnte. Oftmals zeigen uns die gemalten

Werke Lösungen.

Eine meiner Klientinnen kam nach ihrer Pensionierung zu mir. Sie war leicht depressiv und fühlte sich einsam. Das Leben schien ihr vorbei.

Im Malprozess fand sie Zugang zu sich selbst. Sie entdeckte neue Farben - in sich und auf dem Papier. Sie fand Hoffnung und neue Perspektiven.

Die grösste Ressource des Menschen ist seine

Kreativitat.

In der Einzeltherapie erlebe ich immer wieder diese stillen, magischen Momente. Wenn ein Bild etwas Tiefes berührt und eine Botschaft übermit-telt. Wenn Tränen fliessen dürfen und Heilung spürbar wird. Dann weiss ich wieder: Das ist meine Aufgabe. Menschen begleiten, bis etwas in ihnen aufblüht.

Maltherapie ist mein roter Faden. Und ich möchte ihn noch lange weiterspinnen: mit Farbe, mit Menschen, mit Sinn. Ein Projekt liegt mir besonders am Herzen: eine Malgruppe für pensionierte Menschen. Eine Art Forschungsreise ins Land des Alters. Was bringt das Älterwerden an Gutem? Welche Schätze liegen noch in uns, wenn das Berufsleben endet?

mir besonders am Herzen: eine Malgruppe für pensionierte Menschen. Eine Art Forschungsreise ins Land des Alters. Was bringt das Älterwerden an Gutem? Welche Schätze liegen noch in uns, wenn das Berufsleben endet?

"Dieser Artikel ist in der Zeitschrift Visit von der Pro Senectute in September 25 erschienen. 

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