Restless Legs Syndrom: Wenn unruhige Beine den Schlaf rauben!

Ein gesunder Schlaf ist wichtig für die Regeneration und Selbstheilung. Doch was tun wenn die Beine ständig zappeln und nach Bewegung schreien, während man eigentlich schlafen will? Weitere Anzeichen von Restless Legs sind: Ziehen, Stechen und Schmerzen in den Beinen. Nicht zu vergessen die psychische Komponente durch chronischen Schlafmangel.

Welche Ursachen sind bei Restless Legs bekannt?

So wirklich geklärt sind die Ursachen bisher nicht. Auch Hinweise bei Pubmed sind schwierig. Zumal das Krankheitsbild auf komplexe, genetische oder auch umweltbedingte Eigenschaften hindeutet. Dazu kommen oftmals auch noch Begleiterkrankungen wie zum Beispiel:

  • Herz-Kreislauf-Probleme, Bluthochdruck
  • Diabetes mellitus
  • Nierenschwäche
  • Schilddrüsenfunktionsstörung
  • Psychische Faktoren

Und was ist mit dem Gehirn?

Aus Studien ist bekannt, dass bei Restless Legs im Gehirn der Stoffwechsel nicht mehr funktioniert, wie er sollte. Was sich dann auf das ganze Nervensystem auswirkt. Bisher bereits erforscht sind dabei die folgenden Ursachen:

  • Eisenmangel und fehlerhafte Eisenregulation im Gehirn
  • Veränderter Dopamin-Haushalt
  • Fehlregulation der Basalganglien
  • Unzureichende Sauerstoffversorgung und Durchblutung

Was macht die Medizin bei Restless Legs?

Zuerst einmal eine ausführliche Abklärung. Dazu gehören neben körperlicher Untersuchung, Laborwerte messen, prüfen der Nervenleitgeschwindigkeit und auch eine Untersuchung im Schlaflabor mit dem Ziel möglichst alle Gesundheitswerte bestimmen zu können.

Die Behandlung richtet sich dann nach den Beschwerden. Wobei oft mit starken Medikamenten gearbeitet wird, welche auch bei Parkinson, Epilepsie oder Depressionen zum Einsatz kommen und zum Teil starke Nebenwirkungen aufweisen.

Bekannteste Medikamente dazu sind: Gabapentin, Pregabalin und L-Dopa.

Hat die Humoralmedizin auch Mittelchen gegen Restless Legs?

Grundsätzlich gilt es erst mal die allgemeine Lebenssituation zu prüfen und mit Hilfe der Ordnungstherapie neu zu strukturieren. Dazu zählen diätetische Massnahmen, Verbesserung des Mikrobioms, Unterstützung durch pflanzliche Mittel, angepasste Schlafhygiene und Tipps zum Aktivieren des eigenen Stoffwechsels mit Kneipp-Übungen. Auch Massagen können unterstützend wirken.

Welche Kneipp-Übungen sind sinnvoll?

Kneippen ist eine Möglichkeit für sich etwas Gutes zu tun. Es braucht nicht viel dazu – ausser sich bewusst die Zeit dafür zu nehmen. Zum Anregen des Stoffwechsels, Förderung der Durchblutung und Aktivierung der körpereigenen Entgiftung eignen sich folgende Übungen:

  • Trockenbürsten am Morgen
  • Leberwickel vor dem Schlafen gehen
  • Taulaufen
  • Sauna, Dampfbad, Entspannungsbad

Weil Heilpflanzen und Lebensmittel unterstützen können

Zuerst einmal ist es sinnvoll sich wieder vermehrt mit bitterstoffhaltigen Heilpflanzen und Gemüse zu befassen. Denn Bitter ist nicht unbedingt der Geschmack, welche wir Menschen bevorzugen. Was auch die Lebensmittelindustrie erkannt hat und oftmals bittere Lebensmittel mit Süssstoffen geschmacklich aufpeppt oder neue bitterstoffarme Sorten züchtet. Aber auch Lebensmittel mit den Aminosäuren Phenylalanin und Tyrosin sind hilfreiche Unterstützer für das Dopamin. Ein paar Ideen dazu:

  • Bitterstoffe
    • Artischocke, Ingwer, Meerrettich, Brokkoli, Rosenkohl, Chicorée, Rucola, Spargel
    • Löwenzahn, Hopfen, Salbei, Rosmarin, Beifuss, Pfefferminze
    • Zitrusfrüchte
  • Phenylalanin und Tyrosin
    • Walnüsse/Baumnüsse, Erdnüsse
    • Kürbiskerne
    • Erbsen, Soja, Linsen, Bohnen
    • Reis, Weizen, Mais, Hirse, Buchweizen, Hafer
    • Milch, Milchprodukte
    • Schweinefleisch, Hähnchen, Kalbfleisch, Rindfleisch, Lammfleisch

 

Verblüffend was Bio- und Neurofeedback bei Restless Legs erreicht!

Immer öfter lese und höre ich, dass Bio- und Neurofeedback bei Restless Legs mit Erfolg eingesetzt wird. Allerdings sind aktuell eingesetzten Trainingsprotokolle noch nicht bekannt. Die Ergebnisse sind jedoch sehr oft interessant und effektiv.

Aus der Praxis: Erfahrung mit Hämoenzephalographie (HEG)

Biofeedback und Neurofeedback bei Restless Legs

Nun ordnungstherapeutische Massnahmen gehören für mich ins therapeutische Setting mit dazu. Doch was kann man sonst noch machen bei Klienten mit Restless Legs? Auf Grund der Auswirkungen im Gehirn viel mir spontan ein Training mit HEG ein.

HEG ist eine Biofeedback-Methode welche die Durchblutung und den Sauerstoffgehalt im Blut des Gehirns fördert. Dabei lernt das Gehirn sich selber neu zu ordnen und neuronale Verbindungen herzustellen. Im Prinzip also genau das was bei vielen Menschen mit Restless Legs irgendwie durcheinandergeraten ist. Allerdings sind aktuell Forschungen zum Training mit HEG rar. Was jedoch nicht in der Qualität der Trainingserfolge mindert!

Ich bin immer wieder erstaunt wie schnell HEG auch schon bei einfachen Schlafproblemen und depressiven Verstimmungen seine Wirkung entfaltet. Deshalb nutze ich die Gelegenheit bei Patienten mit Restless Legs ein Biofeedback-Training einzusetzen. Die Wirkung ist verblüffend! Bereits nach ein paar wenigen Sitzungen hat sich der Schlaf verbessert und das Zappeln der Beine reduziert. Für mich der richtige Weg ohne medikamentöse Hilfe die Selbstregulation und Selbstheilung des Gehirns zu verbessern. Was sich natürlich auch auf die ganze psychische Verfassung auswirkt.

Lebensqualität durch erholsamen Schlaf

Aufgeben ist keine Option! Selbst wenn die Symptome nicht bei allen komplett verschwinden. So macht es im Alltag doch einen Unterschied, ob man statt 2 Stunden Schlaf pro Nacht nun 5 Stunden Schlaf bekommt! Dies ist mit einem Mehrwert an Lebensqualität vereinbar! Und für mich durchaus einen Hinweis, dass moderne Technik auch in einer Naturheilpraxis ihren Stellenwert hat! Zumal es sich hierbei um die moderne Ordnungstherapie handelt und bereits in etlichen stationären Einrichtungen grosser Kliniken im Einsatz ist.

Restless Legs Syndrom: Wenn unruhige Beine den Schlaf rauben! | Praxis in Baden; Heilkunde, Biofeedback, Neurofeedback

Schon von Gewichtsdecken gehört?

Noch ein kleiner Tipp: Gewichtsdecken!

Menschen mit ADHS und Autismus leiden regelmässig unter Schlafproblemen. Sie waren auch die Ersten welche ganz bewusst mit Gewichtsdecken experimentieren. Durch das hohe Gewicht und den Druck auf den Körper, kann dies entspannend und beruhigend wirken. Viele schlafen danach tatsächlich besser. Es kann aber auch Ängste auslösen! Deshalb gilt hier ausprobieren.

Wichtig beim Kauf einer Gewichtsdecke ist, dass man auf eine gute Qualität achtet und das ideale Gewicht für sich berechnet: 10% des Körpergewichts.

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