Arthritis, Arthrose, Polyarthritis: Rheuma mit der TCM lindern

In der Schweiz ist Rheuma mit fast 2 Millionen betroffenen Menschen eine der am weitesten verbreiteten Erkrankungen. Doch mit Rheuma ist es möglich gut zu leben - die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) kann dabei einen wichtigen Beitrag leisten.

Arthritis, Arthrose, Polyarthritis: Rheuma mit der TCM lindern

Die Bezeichnung Rheuma ist ein Sammelbegriff für viele unterschiedliche Erkrankungen des Bewegungsapparates wie Gelenke, Knochen, Sehnen, Muskeln oder Bindegewebe. Oft leiden Betroffene unter starken Schmerzen und erheblichen Einschränkungen der Beweglichkeit und der Lebensqualität. Die Symptome treten vermehrt beim Wechsel der Jahreszeiten und Wetterveränderungen oder bei kalt-windigem Wetter und hoher Luftfeuchtigkeit auf. Da die Ursachen der Krankheiten verschieden sind, werden sie in der chinesischen Medizin auch unterschiedlich behandelt. Ziel der Behandlung ist das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern und die Schmerzen zu lindern. Hier kann die chinesische Medizin einen wichtigen Beitrag leisten.

Meine jahrelange Erfahrung als Therapeutin zeigt deutlich auf, dass die Anwendung der chinesischen Medizin zu jedem Zeitpunkt der rheumatischen Erkrankung einen positiven Einfluss auf die Symptome und den Verlauf der Krankheit haben kann. Sie wird entweder als Einzeltherapie oder begleitend zur schulmedizinischen Behandlung angewendet. Ich arbeite eng mit Rheumatologen und Physiotherapeuten zusammen, um die Behandlung so integrativ und ganzheitlich wie möglich zu gestalten.

Rheuma aus Sicht der TCM

In der chinesischen Medizin gehören Gelenkbeschwerden zu den sogenannten Bi-Syndromen. „Bi“ bedeutet eine „Blockade“. Ähnlich wie bei Sand in einem Getriebe ist bei Rheuma eine schmerzhafte Blockade des freien Flusses  von Qi- und Blut in den Leitbahnen, Gelenken, Muskeln und Sehnen vorhanden. Der Schmerz entsteht vor allem bei Kälte, Hitze, Wind oder Feuchtigkeit. Dringt im Winter Kälte in den Körper ein, entsteht ein sogenannte Kälte-Bi Syndrom. Dieses schmerzhafteste aller Bi-Syndrome und geht mit stechenden Schmerzen und einer Versteifung der Gelenke einher. Bewegung und Wärme können die Symptome lindern. Beim Wind-Bi hingegen wandert der Schmerzt von einem Gelenk zum anderen. Er klingt zwischendurch ab, entsteht dann wieder, ist mal stärker, mal schwächer und tritt vor allem bei Wetterveränderungen auf. Das Feuchtigkeits-Bi äussert sich durch Schwellungen, fixiertem Schmerz, mit einem Gefühl von eingerostet sein und Schmerzen zu Beginn einer Bewegung. Diese verschlimmern sich bei feuchtem Wetter und Regen. Je länger die Bi-Syndrom-Erkrankungen anhalten, desto häufiger entwickelt sich daraus das sogenannte Hitze-Bi. mit den damit einhergehenden typischen fünf Entzündungsanzeichen: Geschwollene, heisse, gerötete, schmerzhafte Gelenke mit entsprechender Bewegungseinschränkung.

Kräuter und Akupunktur – Wege aus dem Schmerz

Zur Behandlung der Bi-Syndrome kommen sogenannte Luo-Mai Kräuter zum Einsatz, die die Blockaden in den Leitbahnen auflösen und das Qi und Blut wieder zum Fliessen bringen. Dazu zählt zum Beispiel der Wacholder, ein wichtiges Kraut gegen das feuchte, kalte Bi. Auch Kräuter wie Engelwurz werden eingesetzt um das Blut zu bewegen. Oder der medizinische Zimt (Gui Zhi), welcher wärmt und die Entzündung lindert. Weihrauch und Myrrhe wirken daneben schmerzstillend. Die Kräutermischungen werden meist über mehrere Wochen oder Monate hinweg als Tee getrunken. Zusätzlich zur Kräutertherapie spielt auch die Akupunktur bei er Rheuma-Behandlung eine wichtige Rolle. Durch die Akupunktur werden das Qi und Blut bewegt, Blockaden gelöst und alles wieder zum Fliessen gebracht. Oft zeigt die Kombination von Kräutern und Akupunktur die besten Erfolgsergebnisse.

Weitere Behandlungsmethoden aus der chinesischen Medizin

Um die leidigen Eindringlinge wie Käte, Wind, und Feuchtigkeit aus den Leitbahnen, Muskeln, Sehnen und Gelenken zu entfernen und die Schmerzen zu lindern braucht es Wärme und Bewegung. Daher sind weitere TCM-Behandlungsmethoden, die das Qi und Blut zum Fliessen bringen und wärmen, wie z.B. Qigong, Tuina-Massagen oder eine wohltuende, wärmende Moxa-Behandlung zu empfehlen. Auch die Ernährung spielt eine wichtige Rolle. Schon kleine Veränderungen bei der Nahrungsmittel- und Getränkeauswahl können eine grosse Wirkung haben. Bei Kälte-Bi helfen z.B. wärmende und bewegende Gewürze wie Zimt, Ingwer, kurkuma und Gewürznelken. Zudem sollten kalte Nahrungsmittel, wie Rohkost oder eiskalte Getränke und kühlende Tees wie Pfefferminze oder Grüntee vermieden werden.


Patientenfrage

Ich leide schon den gesamten Winter hindurch an intensiven, stechenden und bohrenden Schmerzen in den Gelenken. Am schlimmsten ist es nachts und wenn es kalt ist. Meine Gelenke fühlen sich so steif an. Etwas besser wird es durch Wärme und wenn ich mich bewege. Was kann ich dagegen unternehmen? (Christa Kluge, 56 Jahre)

Liebe Frau Kluge

So wie Sie Ihre Beschwerden beschreiben, scheinen Sie unter einem Kälte-Bi Syndrom zu leiden. Dieses entsteht durch das Eindringen von Kälte, Wind und Feuchtigkeit in den Körper. Durch eine Therapie bestehend aus bewegender Akupunktur, wärmender Moxa-Behandlung und TCM-Kräutern können Ihr Qi und Blut bewegt und die Kälte ausgeleitet werden. Essen Sie bitte thermisch wärmende Nahrungsmittel und Gewürze – am besten drei warme Mahlzeiten am Tag. Und verzichten Sie bitte vorerst auf alles Kalte, wie kalte Getränke, Eis, Rohkost und Salate. Zudem empfehle ich Ihnen, dass Sie sich bei kaltem Wetter warm anziehen und vor kaltem Wind schützen.

 

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