Heileurythmie: bewegt aus der Lebenskrise

Das Leben ist ein Balanceakt: Während bei gesunden Menschen die Lebenskräfte harmonisch aufeinander wirken, können Krankheiten unsere Kräftekonstellationen durcheinanderbringen. Symptome wie Unwohlsein, Schmerzen oder Erschöpfung sind die Folge. Oft wissen Betroffene nicht was dagegen unternommen werden kann. Die Heileurythmie ist eine komplementärtherapeutische Bewegungstherapie, die darauf ausgerichtet ist, den Menschen psychisch und physisch wieder zu mehr Gleichgewicht zu verhelfen. So können akute oder chronische Krankheiten behandelt und die Gesundheit von innen heraus gestärkt werden.

Heileurythmie und Lebenskrise

Lautbewegungen fördern Organfunktion

Das besondere an der Heileurythmie ist das Sprache, Gebärden und Musik mit der Bewegung in Verbindung gebracht werden. Das bedeutet, jedem Laut lässt sich in der Heileurythmie ein entsprechender Bewegungsablauf zuordnen. So sind zum Beispiel Übungen namens „Grosse U-Übung“ oder „Herz-E-Übung“ entstanden, die besonders das Bewusstsein oder die Herzfunktion stärken. Hinzu kommen unzählige weitere Übungen mit unterschiedlichen Wirkungen, die sich im Verlauf der Jahrzehnte in der Heileurythmie verankert haben. Allgemein sollen sie die Kräfte des Körpers, die aufgrund einer Krankheit verlorengegangen oder geschwächt sind, stärken und vegetative Vorgänge wie die Organfunktionen positiv beeinflussen. Die Bewegungsabläufe wirken zudem beruhigend und rufen ein positives Lebensgefühl beim Übenden hervor.

Aktiv am Heilungsprozess mitwirken

Das Ziel der Heileurythmie ist es mithilfe von Bewegungsübungen den Klienten dabei zu unterstützen seine selbstregulierenden Kräfte anzuregen und den Weg zur Genesung aus eigener Kraft heraus zu finden. Krankheitsspezifische Übungen werden mit jedem Klienten gemeinsam erarbeitet. Der Klient kann sich also von Beginn an aktiv an seinem Heilungsprozess beteiligen und die Übungen aus der Praxis selbstständig zuhause durchführen. Im Grundsatz gilt sogar, dass die volle therapeutische Wirkung sich nur durch regelmässiges und selbstständiges Üben entfaltet. Die Heileurythmie kann im Stehen, im Sitzen oder im Liegen angewendet werden. Auch Klienten, die kaum oder gar nicht bewegungsfähig sind, können also die Heileurythmie als Therapieansatz nutzen. Zudem ist die Therapie für Menschen jeden Alters geeignet – vom Kleinkind bis zum Senior.

Wissenswertes zur Heileurythmie

Die Heileurythmie ist ein Bestandteil der anthroposophischen Medizin, deren Behandlungskosten von der Grundversicherung gedeckt werden. Die Therapiemethode wurde von Rudolf Steiner, dem Begründer der Anthroposophie, 1921 in Zusammenarbeit mit Therapeuten und Ärzten ins Leben gerufen und fortan weiterentwickelt. Die Heileurythmie kommt in einer sehr grossen Bandbreite zum Einsatz. So wenden anthroposophische Spitäler und Kliniken oder Gesundheitszentren die Therapie erfolgreich in Bereichen der Allgemeinmedizin, inneren Medizin, Kardiologie, Neurologie, Onkologie, Pädiatrie oder Psychiatrie an. Heileurythmie wird nicht nur stationär, sondern auch in ambulanten Einrichtungen als Einzeltherapie empfohlen. Die Behandlung in der freien Praxis wird in der Regel protokolliert. So kann der Therapeut seine Behandlungsergebnisse reflektieren und entwickelt die Qualität seiner therapeutischen Arbeit kontinuierlich weiter. Nicht zuletzt deshalb hat sich die Therapie als eidgenössisch anerkannt in der Schweiz durchgesetzt und kommt besonders häufig als Begleittherapie zur Schulmedizin zum Einsatz.

 

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