Kunsttherapie - für ein besseres Selbstgefühl

Kennen Sie den inneren Kritiker, der einen regelmässig ins Zweifeln bringt? «Wie soll ich das schaffen? Bin ich gut genug?» Der hohe Erwartungsdruck, den viele an sich selbst stellen, kann ermüdend auf das innere Gleichgewicht wirken. Wir fühlen uns träge, verletzlich und achten kaum auf die persönlichen Bedürfnisse. Zeit zu überlegen, wie dem Körper und dem Bewusstsein wieder mehr Achtung geschenkt werden kann. Ein zielführender Weg kann die Kunsttherapie sein. Sie ermöglicht es, Gefühle durch die Kunst sichtbar zu machen und unterstützt den Prozess der inneren Selbstwahrnehmung.

Kunsttherapie und Selbstwert

Was ist Kunsttherapie?

Die Kunsttherapie umfasst die Therapie und Prävention von Störungen und Krankheiten mit den Mitteln der bildenden und der darstellenden Kunst. Es handelt sich keineswegs nur um eine Maltherapie, sondern um ein breites Repertoire an unterschiedlichen Ansätzen und Methoden. Dazu zählen die Bewegungs- und Tanztherapie, die Drama- und Sprachtherapie, die Intermediale Therapie, die Musiktherapie sowie die Gestaltungs- und Maltherapie. Diplomierte Kunsttherapeuten verfügen über einen eidgenössischen Berufsabschluss. Von anderen Therapieformen unterscheidet sich die Kunsttherapie vor allem dadurch, dass neben der Interaktion von Therapeut und Klient eine kreative Dimension eine Rolle spielt. Das eigens realisierte Werk spricht als dritte Instanz lautlos mit. Je nach Medium kann das Werk in Form einer Bewegung, als Wort, als plastische Figur, Klang oder als gemaltes Bild ausdrücken, was den Menschen im Innern beschäftigt.

Künstlerische Begabung zweitrangig

Wenn von Kunsttherapie die Rede ist, gehen viele Menschen davon aus, dass eine künstlerische Begabung oder ein Interesse an der Kunst vorausgesetzt werden könnte. Dem ist nicht so. Für die Therapie spielt künstlerisches Talent oder Erfahrungen mit der Kunst keine Rolle. Es geht vielmehr darum, durch die künstlerischen Mittel einen tieferen Zugang zu sich selbst zu finden. Während dieses Prozesses gibt es kein gut oder schlecht, kein richtig oder falsch.

Wieder zum Gleichgewicht finden

Die Kunsttherapie hilft zum einen die Erfahrung mit sich selbst sowie die eigenen Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Zum anderen unterstützt sie Menschen mit psychischen Schwierigkeiten wie Traumata, Lebenskrisen oder Krankheiten umzugehen. Erlebnisse – in kunsttherapeutischer Sprache auch „Eindrücke“ genannt – können im Menschen Gefühle wie Hilflosigkeit oder gar Ohnmacht auslösen. Die Kunsttherapie unterstützt, wieder eine Balance zwischen dem inneren Ausdruck und dem erlebten Eindruck zu bekommen und wirkt sich positiv auf körperliche Prozesse aus. 

Gestärkt durch Selbstreflexion

Mithilfe von Materialien wie Ton, Bewegung oder Musik entsteht eine Reflexion von Gedanken und Gefühlen, die zum Erkenntnisgewinn führt. Der Prozess der Schaffensphase erleichtert es dem Klienten mit seinen Gefühlen in Kontakt zu treten und seine Bedürfnisse daraufhin besser auszudrücken. Der Klient sieht, fühlt oder hört was auf den Körper einwirkt – was ihn belastet oder was in ihm Wohlbefinden fördert. Im Prozess einer Kunsttherapie erfährt der Klient, was es heisst, autonom und selbstsicher handeln zu können. Was in einem Werk erschaffen wird ist ganz individuell und so noch nie dagewesen. Das hilft, neue Lösungswege zu finden.

Wie verläuft die Kunsttherapie?

Je nach Therapierichtung, werden Materialien oder Übungen als Einstieg ausgetestet. So erstellen Therapeut und Klient eine erste Prognose in Hinblick auf den Erfolg einer Therapie. Ausserdem werden gemeinsame Therapieziele besprochen. In den folgenden Therapiesitzungen wird mithilfe der Kunst nach Lösungswegen gesucht. Es wird festgestellt, welche künstlerisch-therapeutischen Massnahmen besonders hilfreich sind, um auf diesen aufzubauen. Am Ende der Sitzung findet eine Auswertung statt. Die Therapeutin reflektiert zusammen mit dem Klienten dazu gewonnene Erkenntnisse und bespricht, welche Lösungen im Alltag angewendet werden können. Möglich ist auch eine Intervalltherapie. Das bedeutet, der Klient geht einige Wochen in die Kunsttherapie und arbeitet dann selbständig weiter, bis der nächste Zyklus beginnt.

 

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