Reflux - der Teufelskreis mit den Säureblockern

Reflux ist sehr unangenehm - vor allem, wenn Betroffene Tag und Nacht darunter leiden. Beim Aufstossen gelangt die Magensäure durch den Mageneingang zurück in die Speiseröhre. Es beisst und brennt im Hals bis hinter das Brustbein. Obwohl es viele Ursachen für den Reflux gibt, werden Betroffenen meist Protonenpumpenhemmer (PPI) verschrieben. Diese Medikamentengruppe unterdrückt die Produktion der Magensäure in den Belegzellen des Magens. Ganz unproblematisch sind PPI allerdings nicht.

Reflux - der Teufelskreis mit den Säureblockern

Warum Magensäure so wichtig ist

Nicht immer ist zu viel Magensäure für den Reflux verantwortlich, sondern zu wenig. Kann der Mageninhalt nicht richtig verdaut werden und bleibt zu lange im Magen, beginnt er zu vergären und es kommt zum Aufstossen. Zudem ist genügend Magensäure wichtig, um Eiweisse aufzuspalten. Sonst wandern zu lange Eiweissketten in den Darm, fangen dort an zu gären und verursachen Verdauungsbeschwerden. Langfristig kann das zu einer löchrigen Darmschleimhaut oder zu Nahrungsmittelallergien führen. Auch der Kohlenhydratstoffwechsel wird durch die Magensäure beeinflusst. Kommt der Speisebrei vom Magen in den Dünndarm, so schickt die Bauchspeicheldrüse ein Verdauungsenzym zur weiteren Kohlenhydrataufspaltung. Ist der Speisebrei allerdings nicht sauer genug, so fehlt der Bauspeicheldrüse ein wichtiger Impuls und das Enzym zur Kohlenhydratverdauung bleibt aus. Der unverdaute Brei wandert durch den Darm und bietet so Futter für unerwünschte Bakterien im Verdauungstrakt. Es kommt zu einer Fehlbesiedlung und damit je nach Konstitution und Bakterienstämmen zu unterschiedlichen Beschwerden.

Nebenwirkungen kennen und behandeln

PPI haben dazu sehr ungünstige Nebenwirkungen. In den Belegzellen des Magens wird neben der Magensäure der sogenannte Intrinsic Faktor hergestellt. Dieser ist für die Aufnahme von Vitamin B12 aus der Nahrung notwendig. Wenn die Belegzellen durch die PPI unterdrückt werden, kommt es oft zu einem Vitamin B12 Mangel, der durch supplementieren unbedingt ausgeglichen werden sollte. Weiter ist ausreichend Magensäure wichtig, um Mineralstoffe und Spurenelemente wie Eisen, Magnesium, Kalzium und Zink aus der Nahrung aufzunehmen. Ist nicht genug Magensäure vorhanden, fehlen dem Körper wichtige Stoffe. Bekommt der Körper über längere Zeit zu wenig Mineralstoffe von aussen zugeführt, so beginnt er seine eigenen Depots abzubauen. Kalzium beispielsweise wird aus unseren Knochen gezogen. Das Risiko, an einer Osteoporose zu erkranken, steigt.

Reflux Ursachen unter der Lupe

Doch wie erkennen Reflux-Betroffene, ob sie an einer Über- oder Unterproduktion der Magensäure leiden und welche Faktoren spielen noch eine wichtige Rolle? Ganz einfach ist diese Frage nicht beantworten. Betroffene müssen vor allem sich und Ihren Körper gut beobachten. Dabei ist wichtig zu beachten, dass die Verdauung über das vegetative Nervensystem gesteuert wird. Reflux wird oft durch Stress ausgelöst oder verstärkt. Denn Stress führt dazu, dass die Verdauung zugunsten anderer Aufgaben im Körper gedrosselt und die Energie nicht für die Bereitstellung von Magensäure «verschwendet» wird. Ein übersäuerter Magen kann durch saure Lebensmittel wie beispielsweise Kaffee, Zucker, Alkohol, Frittiertes oder Medikamente begünstigt werden. Übermässiges Trinken zum Essen oder die Einnahme von säurebindenden Arzneien kann dazu führen, dass die Magensäure verdünnt oder gebunden wird und so nicht ausreichend wirksam ist. Ebenfalls Primärerkrankungen wie beispielsweise der Leber oder Schilddrüse können einen Reflux hervorgerufen. Schwangere leiden häufig unter einem Reflux, wenn das Ungeborene auf den Magen Druck ausübt. Wer also unter einem Reflux leidet, sollte zunächst alle möglichen Faktoren kennen. Anhand dessen kann herausgefunden werden, welche Ursachen es genau zu bekämpfen gilt, um eine Dauerreizung zu vermeiden.


Leserfrage

Wie kann ich durch eine angepasste Ernährung meinen Reflux in den Griff bekommen?Miriam Müller, 42 Jahre

Liebe Frau Müller

Akuthilfe bei Sodbrennen können folgende Tipps aus der Naturheilkunde liefern. Ein Löffel voll Haferflocken gut kauen, einspeicheln und schlucken. Reisschleim oder Haferschleimsuppe und 1 Glas Brottrunk zwischen den Mahlzeiten in die Ernährung integrieren. Auch Heilerde wird oft eingesetzt, um Magensäure zu binden. Dadurch kann auch die Magenschleimhaut wieder aufgebaut und geschützt werden. Bei zu wenig Magensäure eignen sich Bitterstoffpflanzen wie Urbitter und verdauungsfördernde Gewürze wie Ingwer, Galgant oder Kardamom. Lassen sie sich von ihrem Heilpraktiker beraten und gehen Sie den Ursachen zusammen auf den Grund.

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