Therapeutisches Klettern: Körper und Psyche motiviert stärken

Als Therapeutin mit eigenen körperlichen Schwachstellen durch Unfälle habe ich lange nach einer Bewegungstherapie gesucht, die je nach physischer Konstitution problemlos auszuführen ist. Ziel war es aber vor allem auch, dass die Aktivität Spass macht! Denn die beste "Übung" wird keinen Erfolg zeigen, wenn das kontinuierliche Training ausbleibt, weil die Variabilität fehlt. Zudem ist es leichter aktiv zu sein, wenn ein direktes Ziel verfolgt wird: nämlich "nach oben zu kommen". Mit dem Therapeutischen Klettern habe ich eine Methode entdeckt, die diese Aspekte miteinander vereint und für Gross und Klein geeignet ist.

Therapeutisches Klettern: Körper und Psyche motiviert stärken

Für wen ist das Therapeutische Klettern geeignet?

• Kinder ab 6 bis Erwachsene im Pensionsalter

• Sportliche und (noch) nicht sportliche Personen

• Personen mit und ohne Beschwerden - also auch als Prävention zu betrachten

• Auch für Personen, die Höheangst haben bzw. nicht schwindelfrei sind

Verlauf einer Einheit

Die therapeutische Aktivität an der Kletterwand führe ich in der Kletterhalle Kraftreaktor in Lenzburg ohne Seil durch. Damit wir zusammen, Teilnehmer und Therapeutin, ganz gezielt auf Beschwerdebilder hinarbeiten können. Ich als Therapeutin kann während der einzelnen Sequenzen Korrekturen bei den Teilnehmern vornehmen. Wir klettern also nicht hoch, denn ich möchte immer die Möglichkeit haben, den Teilnehmern in ihren Übungen zu unterstützen. Wer also nicht schwindelfrei ist, kann mit unserem therapeutischen Ansatz an der Kletterwand problemlos klettern.

Gewisse «Routen» werden frei von links nach rechts oder von rechts nach links geklettert. Solche Sequenzen unterstützen mich als Therapeutin eine bessere Befunderhebung der vorhandenen Beschwerden durchzuführen. Denn oft befindet sich die Ursache weit weg vom Schmerz. Nebenbei werden beim Praktizierenden ausserdem die Körperwahrnehmung und ein Gefühl fürs Klettern gefördert. Das Therapeutische Klettern kann für die Befundaufnahme sehr hilfreich sein, denn die schmerzende Stelle kann aufgrund von anderen Schwachstellen im Körper verursacht werden. Durch die Bewegung an der Kletterwand können diese Schwachstellen aufgedeckt werden. z.B. Untere Rückenbeschwerden sind vielleicht die Folgen von einer Hüfte, die zwar keine Schmerzen bereitet, jedoch die sich nicht vollumfänglich öffnen kann.

Weiterhin werden Übungen an «Stationen» an der Kletterwand durchgeführt, die ganz spezifisch auf die Beschwerden der Teilnehmer ausgelegt sind. Unterschiedliche Bewegungen (z.B. Dehnübungen, Stabilisation) am Boden zeige und sehr gerne zusätzlich, damit die Teilnehmer diese auch zu Hause durchführen können.

Hauptanwendungen des therapeutischen Kletterns

Therapeutisches Klettern hilft in erster Linie die Koordination, Körperwahrnehmung und Konzentration im hier und jetzt zu sein zu fördern. Durch die Körperkraft und der Anspannung des Körpers können folgende Beschwerdebilder gut behandelt werden:

• Instabilitäten der Fussgelenke und des Fussgewölbes

• Hüftarthrose

• Lendenwirbelsäule-Instabilität wie Bandscheibenvorfall, Gleitwirbel

• Muskuläre Ungleichgewicht des Rückens, Rumpfinstabilität, Beckenboden-Defizite

• Kniebeschwerden wie Kreuzbandriss

• Skoliose

• Morbus Scheuermann

• Schultergelenkbeschwerden wie Impingement-Syndrom, Rotatorenmanschettenruptur

 und Teilrupturen

• Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS)

 

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